Fräulein Iris

Weniger ist niemals mehr und zuviel ist lange nicht genug!

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Ein alter Mann

Als ich gestern auf dem Heimweg meinen Gedanken nachhing, sah ich plötzlich einen alten Mann. Es regnete. Er trug abgewetzte, schmutzige Kleidung, die Haare waren ein wenig zu lang und zerzaust und er hatte Schlammspritzer in seinem unrasierten Gesicht. Er stand einfach da und sah mich an. Und seine Augen waren so voller Trauer. Ich konnte meinen Blick nicht von ihm abwenden und als ich schon fast an ihm vorbei gegangen war, drehte ich mich zu ihm und sagte: „Es tut mir leid! So leid!!“ Mir liefen die Tränen übers Gesicht und wir umarmten uns. All meine Trauer und Scham strömte aus mir heraus und ich murmelte immer wieder, dass es mir leid tue und er mir bitte verzeihen solle. Er sagte nichts, drückte mich ganz fest und ich wusste, es war alles wieder gut! Er hatte mir vergeben. Einfach so, ganz ohne Worte. Wir ließen uns los, ich küsste ihn auf die Wange und dann trennten sich unsere Wege.

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Wonderful Life

Ich tanze durch mein Leben, alles ist so absolut wundervoll!! Ich war so unglücklich, fühlte mich fremdbestimmt und verloren. Dieses Gefühl hielt bis vor wenigen Wochen an und jetzt? Alles anders! Für immer oder ist das wieder nur ein kurzes Zwischenspiel? Im Augenblick jedenfalls habe ich das Gefühl, ich könnte alles erreichen, alles bekommen, alles tun. Ich möchte die ganze Welt umarmen! Würde ich an Gott glauben, würde ich ihr jetzt wahrscheinlich von Herzen dafür danken, dass sie mich zurück auf den Weg zu mir selbst gebracht hat, aber das war ich wohl ganz allein. Ich werde endlich, was ich längst bin. Zurück ist die kreative, starke Frau, die ich eigentlich bin. Zwar hab ich einige Narben mehr auf meiner Seele, aber – zumindest für jetzt – gibt es keine offenen Wunden. Alles ist gut, ich bin frei!!
(04.10.2010)

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At the Airport

I was at the airport the other day and I saw a woman walking up to a man who was waiting for her. She flew in his arms and they were kissing as they would meet again after a very long time. It seemed kind of desperately.
Then she took a step backwards. She looked insecure and had tears in her eyes as she said “We never met before but I always loved you. I was searching for you my whole life but couldn´t find you … until now.” The tears ran over her face. “Where have you been? Where have you been all my life? What did you do when I dreamed of you, desired you, needed you?” He looked fondly down to her face, put his arms around her and held her tight. He softly grabbed her chin and said “Calm down, Darling, my Dearest. You are the only one I´ve ever loved. I desired you as much as you desired me, I needed you more than you can imagine, I was wishing and praying for you. Calm down my love, I am here now, I take you home today and I´ll never leave you.”

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Wohnungssuche

Habe ich im letzten Eintrag erwähnt, dass wir schon seit mehr als sechs Monaten nach einer passenden Wohnung suchen? Frustrierend. Umso mehr, wenn man darüber nachdenkt, wie viele Wohnungen in Berlin auf neue Bewohner warten. Und trotzdem war bis jetzt nicht unsere Wohnung dabei. Nicht der richtige Bezirk, keine Haustiere erlaubt, kein Balkon oder Wuchermiete. Irgendwas ist ja immer. Eine nette, bezahlbare Wohnung mit Balkon, in die wir unseren Hund mitnehmen können, in einer Gegend, in der man sich mit dem kleinen Tier auch im Dunkeln noch vor die Tür traut sind aber auch ungewöhnlich hohe Ansprüche. *seufz* Und wenn ich noch ein einziges Mal so was höre wie „Ihr findet schon noch etwas Passendes“ oder „Euch drängt ja niemand“ muss ich, glaube ich, Amok laufen. Rein technisch mag das ja alles richtig sein, aber HALLOOO!! Wir sind hier unglücklich, unsere Beziehung wäre hier beinahe zerbrochen, wir wollen hier einfach nur weg! Also, wenn das nicht dringend ist. Du liebe Güte. Und dann, wenn auch herbeigesehnt, doch fast schon unerwartet, spazierte plötzlich eine entzückende 2-Zimmer-Wohnung um die Ecke und winkte uns zu. Wir haben sie und angesehen und trotz unschöner Aussicht (der Balkon geht zum abgesperrten Müllplatz raus) für gut befunden. Der „Rest“ ist nämlich einfach perfekt für uns. Die für die Wohnungsbewerbung notwendigen Unterlagen sind alle ausgefüllt bzw. zusammengetragen, kopiert und verschickt. Jetzt heißt es warten. Am Freitag bekamen wir dann die Mitteilung, dass es noch keine Mitteilung gibt. Erst am Montag. Mir war bis dahin nicht klar, wie irre lang so ein Wochenende sein kann. Nun ist es aber erfreulicherweise schon Sonntagnacht und ich mach besser die Augen zu, damit es schnell Montag werden kann.
Gute Nacht und Alles Liebe,
Iris

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There and back again - naja noch nicht ganz back

Vor mehr als zwei Jahren hielt ich, nein, hielten wir es für eine gute Idee ins Berliner Umland zu ziehen. Wir waren übersättigt und gestresst, hatten genug von der Stadt. (Das muss man sich mal vorstellen; genug von der tollsten Stadt der Welt …) Wie auch immer, so ist es gewesen. Wir wollten endlich zur Ruhe kommen, mal durchatmen. Gesagt, getan. Wir landeten etwa eine Stunde von Berlin entfernt in einen kleinen Kaff, das sich aus mir unerfindlichen Gründen Stadt nennt. Eine Wohnung war schnell gefunden und es schien sich alles zu fügen. Tatsächlich schien es nur so. Was Umzüge angeht, bin ich mehr als erfahren und das war mit großem Abstand der schlimmste Umzug, den ich je miterlebt habe. Nicht einmal der Umzug meiner Schwester, bei dem sie die gesamte Nacht vorher und den größten Teil des Umzugstages über dem Klo hing oder völlig matt irgendwo rumlag, war eine derartige Katastrophe. Aber bei uns ging es im Vorfeld schon mit der Renovierung los, weil die Wohnung – vom Schnitt wirklich schön – in einem völlig verwahrlosten Zustand war. Die Auslegware voller Hundepisse und was sonst noch für Flecken (ihr könnt euch den Geruch vorstellen …), eingeprügelte Löcher in den Türen und die Wände … na ja. Da haben sich weder die Vormieter noch die Vermieter – die Wohnung stand nämlich schon etwa ein Jahr leer – mit Ruhm bekleckert. Egal, wir machten uns also an die Arbeit, aber es wollte einfach kein Ende nehmen. Wir dachten: renovieren, umziehen, zur Ruhe kommen. Denkste! Als hätte das ganze Theater mitsamt dem Ärger mit unseren unfähigen Vermietern und deren talentfreiem Handwerker nicht schon gereicht, ging im Anschluss an dieses Chaos so ziemlich alles kaputt, was kaputt gehen kann. Der Fernseher gab altersbedingt seinen Geist auf, unser Auto musste zum TÜV, hatte aber so viele Mängel, dass die Reparaturen den Wert des Wagens um einige hundert Euro überstiegen hätten, ein Küchenschrank krachte von der Wand, der Hund erlitt einen Kreuzbandriss, der operiert werden musste und meine mit Freuden erwartete, gut geplante und genehmigte Selbstständigkeit im Bereich Geschenkartikel wurde eine hübsche Pleite. So war das Geld immer knapp und die Stimmung wurde zusehends schlechter. Irgendwann standen wir dann vor dem Scherbenhaufen unserer ach so stabilen Beziehung. Ehrlich, ich habe in meinem Leben schon einiges mitgemacht, das haben wir beide. Wir sind uns auch bewusst, dass man an einer Beziehung arbeiten muss und dass Kommunikation das Wichtigste ist. Soweit die Theorie. Wenn dir aber in so konzentrierter Form dein Leben von äußeren Umständen versaut wird, die du nur bedingt bis gar nicht beeinflussen kannst, gibst du irgendwann auf. So geschehen. Wenn wir redeten wälzten wir Probleme oder schrien uns an, viel mehr gab es nicht mehr. Zu Silvester dann machten wir es uns richtig gemütlich. Nur wir beide. Wellness-Silvester. Eine Mischung aus einem zum Sterben leckeren, aber viel zu üppigen Buffet, Gesichtsmasken, Fußbädern und Dinner for One. Großartig! Um Mitternacht dann Sekt, Küsse und gute Wünsche. Direkt im Anschluss raus und Feuerwerk bestaunen. Wir geben selbst kein Geld dafür aus, lieben es aber zuzusehen, wenn die bunten Lichter am jungfräulichen Neujahrshimmel explodieren und von einer strahlenden Zukunft erzählen! Wenn man allerdings mitten im Nirgendwo wohnt … Einige Dörfer weiter konnten wir eine einzige Rakete in den Himmel fliegen sehen. Das war´s. Da hatte ich schon Tränen in den Augen, aber egal. Wir gingen dann rüber zu Schwager und Schwägerin. Eine Flasche Sekt in Händen und einen Rest Frohsinn im Herzen. Als er die Tür öffnete und sagte, sie würde schon schlafen, weil sie um vier Uhr morgens aufstehen und arbeiten gehen müsse, wünschten wir ein Frohes Neues Jahr, übergaben den Sekt und trollten uns heimwärts. Da war´s bei mir dann auch mit der letzten Selbstbeherrschung vorbei. Ich heulte. Das tat ich auch noch einige Monate länger, mit nicht nennenswerten Pausen in denen ich meinen Liebsten anschrie. Wir stritten um alles und versuchten doch irgendwie weiter zu machen. Irgendwann, ich weiß nicht genau, wie es anfing und was passierte, besserte sich langsam wieder alles. Inzwischen hatte jeder von uns wieder Geburtstag, es gab ein weiteres Weihnachten und noch ein Silvester. Alles noch ganz wackelig und zerbrechlich. In diesem Jahr dann endlich haben wir wieder zueinander gefunden. Ich nahm einen Minijob an und die Lage insgesamt entspannte sich allmählich immer mehr. Wir konnten uns wieder unterhalten ohne gleich aufeinander loszugehen, konnten sogar wieder über Wünsche und Pläne reden. So merkten wir eines Tages, dass wir hier beide weg wollen, wieder nach Berlin. Zurück in die Stadt, in der wir trotz Schwierigkeiten glücklich waren, wo es Supermärkte mit einem vernünftigen Warenbestand gibt, wo es verschiedene Drogerie-Ketten gibt, nicht nur eine, wo ich als Fußgänger etwas mehr Freiheit erleben darf, wo jeder tun darf, was er möchte und es Nachbarn, Arbeitskollegen und Bekannte kein bisschen interessiert, wo man wann was tut oder nicht. Wo sich niemand ungefragt dafür interessiert, dass ich joggen gehe. Und wo. Und warum. Kurz gesagt zurück in die beste Stadt der Welt, wo einfach alles schöner, besser, bunter und freier ist! Berlin, wir kommen nach Hause!
Alles Liebe,
Iris

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Gutes Aussehen - eine Frage der Einstellung?

Zu dumm, wenn man ein grandiosen Abend hatte, voller Energie und Spaß und vor Leichtigkeit zu schweben schien und hinterher auf Bildern die strahlende Schönheit vergeblich sucht. Kennt ihr das auch? Ich ja, und zwar viel zu gut. Es geht nicht darum hässlich zu sein oder übergewichtig, bin ich beides nicht, aber sich in tolle Klamotten zu werfen, die Haare zu stylen und Make-up aufzulegen – das alles versetzt mich, wie es scheint, immer in eine ganz andere Welt. Denn hinterher auf den Bildern sehe ich dann doch plötzlich fett aus oder viel zu blass und irgendwie schwammig. Und mein Kopf scheint wirklich JEDES Mal als wäre er zu klein für meinen Körper. Was soll das denn bitte?? Ich gehöre sicher nicht zu den Mädels, die schreiend wegrennen, wenn jemand mit einer Kamera auftaucht, was ich, nebenbei bemerkt, ziemlich ätzend finde. Gut, ich renne auch nicht vor jede Linse, die ich finden kann, aber wenn jemand ein Foto machen möchte – okay. Oft denke ich auch „Oh ja, es ist grad superlustig, das müssen wir festhalten. Und dann … also das ist nicht fair. Sollte ich mit mir einfach zufrieden sein und die Fotos abhaken? Und wenn nicht, wie geht´s weiter? Mein Kopf wird wohl nicht mehr größer und ob sich der Rest von mir verkleinern lässt, wage ich ebenfalls zu bezweifeln.

Guter Gott, ich bin ganz offensichtlich der oberflächlichste Mensch der Welt! Was wirklich witzig ist, denn eigentlich halte mich zwar durchaus für eitel, nicht aber für oberflächlich. Nicht ausschließlich jedenfalls. Eher bin ich enttäuscht, wenn sich andere nur für mein Aussehen interessieren. Im Klartext Männer, denen, wenn sie mich ansehen, Titten und Arsch im Gesicht geschrieben steht. Oh Mann, das gab mir in diesem Jahr auf einem Sommerfest, nach dem Genuss jeder Menge alkoholischer Getränke, Anlass, völlig die Beherrschung zu verlieren und mich bei mehreren Männern (ausgerechnet!) auszuheulen. Peinlich, peinlich! Von diesem Abend gibt´s übrigens nicht allzu viele Fotos .

Sicher, das Titten-und-Arsch-Problem ist nicht mein einziges. War es auch auf diesem Sommerfest nicht. Ich hab mich weiterhin darüber beschwert (und ausgeheult), dass sich meine Schwester mit einer Bar und mein Bruder in der Metallbranche selbstständig gemacht haben. Und das, obwohl ich als älteste Schwester vor Stolz fast platze und auch Anteil an allem habe. Ich bin hauptberuflich große Schwester und das mit Leidenschaft und Hingabe, hatte aber wohl das Gefühl irgendwie auf der Strecke zu bleiben. Traurig! Umso mehr, da es ja überhaupt nicht zutrifft. Das alles hat mich schwer beschäftigt. Viel mehr und länger als es irgendjemand weiß. Letztendlich hat es mich dazu bewogen, mich mit mir und meinem Leben – nun ja, nicht mehr – aber auf eine andere Weise auseinander zu setzen. Das Ergebnis seht Ihr hier. Ich habe entschieden diesen Blog zu schreiben. Ich bin gespannt, wohin mich diese Reise führt.

Alles Liebe
Eure Iris

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Begrüßung

Hallo Ihr Lieben,

nun geht es endlich los. Mein Name ist Iris Jones alias Fräulein Iris, bin Anfang 30 und mit meinem Leben latent unzufrieden. In diesem Blog möchte ich Euch meine Geschichten erzählen und Euch an meinen Erlebnissen und Gedanken teilhaben lassen.

Ich dachte schon sehr oft, ich könnte damit ein ganzes Buch füllen. Nun, wir werden sehen, ob es zumindest für ein Weblog reicht.

Wie Ihr mich ansprecht bzw. -schreibt, überlasse ich Euch. Fräulein Iris, Iris Jones oder einfach nur Iris, englische oder deutsche Aussprache (in Gedanken), per Sie oder Du … ganz wie es Euch gefällt. Ich bleibe bei den Blogeinträgen der Einfachheit halber beim Du; in Emails oder Kommentaren richte ich mich nach Euch.

Ansonsten gibt es zu meiner Person im Vorfeld eigentlich nichts zu sagen. Lasst Euch überraschen und lernt mich – wenn Ihr mögt – in meinem Blog näher kennen.

Bevor ich anfange…

Ich lege keinen besonderen Wert auf politische Korrektheit. Dabei kann es vorkommen, dass ich jemandem mit meinen Äußerungen auf die Füße trete oder den einen oder anderen kränke, indem ich z. B. nicht zwischen Lesern und Leserinnen unterscheide. Ich werde hier meine persönliche, manchmal durchaus streitbare Meinung zum Ausdruck bringen, ganz sicher oft verallgemeinern, wo es nicht angebracht ist, die gute alte Bekannte „Doppelmoral“ hochleben lassen und sicher auch sonst immer wieder Anlass zum Meckern und Kritisieren geben. Fühlt Euch frei alles zu kommentieren und Euch Luft zu machen.

Also dann, habt Spaß mit meinen Geschichten; weint, lacht, leidet, und freut Euch mit mir.

Alles Liebe

Eure Iris